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Erfahrungen mit der Genehmigung durch den Schulträger?
#21
Das schreibt die Unfallkasse Berlin und der Senat gibt 5 Mio für Luftreiniger aus, die die Luft einmal quer durch die Klasse schieben


Unserer kritische Haltung gegenüber selbstgebauten Abluftanlangen ergibt sich aus folgenden Gründen:
  • Der Abtransport der Aerosole in Richtung der Ablufthauben soll über den Luftauftrieb der Wärme, die jede Person abgibt, funktionieren. Allerdings stört jede Luftbewegung z.B. durch sich bewegende Personen oder geöffnete Türen und Fenster dieses Funktionsprinzip. Dadurch gelangen die Aerosole nicht zu den Ablufthauben, sondern verteilen sich wieder im Raum.
  • Der korrekte Einbau der Anlage vor Ort muss sichergestellt sein, so dass sowohl eine Wirksamkeit in Bezug auf den Infektionsschutz als auch Sicherheit in Bezug auf Unfallgefahren (hier muss auch die Traglast der Decke beachtet werden) gewährleistet werden. Es müsste vor Einbau der Anlage geklärt werden, wer den korrekten Einbau prüft.
  • Auch selbstgebaute Abluftanlagen müssen als Lüftungsanlage u.a. auch die Hygienebestimmung nach VDI 6022 erfüllen, d.h. eine regelmäßige Wartung und Reinigung ist erforderlich. Auch hier müsste vorab geklärt werden, wer diese Tätigkeiten übernimmt.
  • Es handelt sich um reine Abluftanlagen, eine Zuluftzufuhr von Außenluft über Ventilatoren ist nicht Bestandteil.
  • Die Zuluftzufuhr erfolgt ungerichtet über Undichtigkeiten im Raum. Dies bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass dabei keine frische Außenluft zugeführt wird, sondern eher (viren)belastete Luft aus anderen Räumen und dem Flur. Damit entspricht die Anlage in keiner Weise den Empfehlungen zu infektionsschutzgerechtem Lüften.
  • Je nach verwendeten Materialien können diese ausdünsten und somit die Luftqualität im Raum zusätzlich verschlechtern.
  • Durch die Konstruktion könnte sich eine Wärmebrücke insbesondere am Fensterdurchlass bilden. Eine regelmäßige Kontrolle/Reinigung in Hinblick auf Tauwasserausfall und damit begünstigtem Schimmelpilzwachstum wäre daher dringend erforderlich.
  • Die regulären Brandschutzbestimmungen sind zu beachten. Ob es spezielle Anforderungen für solche selbstgebauten Anlagen gibt, ist noch zu prüfen.
  • Weiterhin kann durch den Einbau solcher selbstgebauten Luftreinigungsanlagen und einer ggf. nicht ausreichenden Wirksamkeit das Gefühl von „falscher Sicherheit“ gegeben sein, so dass andere notwendige Maßnahmen nicht mehr ergriffen werden.
 
Eine selbstgebaute Abluftanlage ersetzt keinesfalls das regelmäßige Lüften über vollständig geöffnete Fenster. Werden die Fenster zur Lüftung geöffnet, kommt es wieder zu einer Luftbewegung, die wiederum das Funktionsprinzip der selbstgebauten Anlage stört (s. erster Punkt).
 
Unsere Haltung basiert auf aktuellen Informationen und Fachkenntnissen. Sollte sich unsere Auffassung gravierend ändern, informieren wir Sie.
 
Weiterhin ist zu beachten, dass das Risiko einer direkten Übertragung durch Tröpfchen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten wird, nicht durch die Abluftanlage reduziert wird.
Dies gilt für alle Lüftungsanlagen.
 
Allgemeine Hinweise zur Beschaffung und Handhabung von mobilen Raumluftreinigern finden Sie auf der Internetseite der Unfallkasse Berlin.
 
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Unfallkasse Berlin
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#22
Information 
Hallo,
die Argumente stehen so ähnlich auch in der Pressemeldung der deutschen gesetzlichen Unfallkasse. Wir haben sie angeschrieben und die Missverständnisse nochmal aufgeklärt.
Unser Schreiben dazu ist hier https://ventilation-mainz.de/Kommentare_DGUV.pdf zu finden.
Kurz zu den Punkten:

Der Abtransport der Aerosole in Richtung der Ablufthauben soll über den Luftauftrieb der Wärme, die jede Person abgibt, funktionieren. Allerdings stört jede Luftbewegung z.B. durch sich bewegende Personen oder geöffnete Türen und Fenster dieses Funktionsprinzip. Dadurch gelangen die Aerosole nicht zu den Ablufthauben, sondern verteilen sich wieder im Raum.
-Aersole verteilen sich bei jeder Lüftungsart zunächst im Raum. Aber ihre Konzentration wird in Quellnähe höher sein als weiter weg. In Messungen mit Zigarettenrauch haben wir etwa 40% der Aerosole entfernen können bevor sie sich im Raum verteilt haben. Dazu kommt der Verdünnungsefekt auf dem auch normale Lüftungsanlagen beruhen.

Der korrekte Einbau der Anlage vor Ort muss sichergestellt sein, so dass sowohl eine Wirksamkeit in Bezug auf den Infektionsschutz als auch Sicherheit in Bezug auf Unfallgefahren (hier muss auch die Traglast der Decke beachtet werden) gewährleistet werden. Es müsste vor Einbau der Anlage geklärt werden, wer den korrekten Einbau prüft.
-Schulträger haben Fachleute die das beurteilen können. Das geringe Gewicht macht es möglich das System an abgehängte Decken zu hängen.

Auch selbstgebaute Abluftanlagen müssen als Lüftungsanlage u.a. auch die Hygienebestimmung nach VDI 6022 erfüllen, d.h. eine regelmäßige Wartung und Reinigung ist erforderlich. Auch hier müsste vorab geklärt werden, wer diese Tätigkeiten übernimmt.
-Die Richtlinie bezieht sich auf Komponenten die die Zuluft behandeln, da unser System keine solche Komponenten besitzt (die Zuluft kommt über normale Fenster) greift sie hier nicht.

Es handelt sich um reine Abluftanlagen, eine Zuluftzufuhr von Außenluft über Ventilatoren ist nicht Bestandteil.
-Ein Ventilator der rauspustet reicht, die Luft kommt dann von alleine nach geflossen.

Die Zuluftzufuhr erfolgt ungerichtet über Undichtigkeiten im Raum. Dies bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass dabei keine frische Außenluft zugeführt wird, sondern eher (viren)belastete Luft aus anderen Räumen und dem Flur. Damit entspricht die Anlage in keiner Weise den Empfehlungen zu
infektionsschutzgerechtem Lüften.
- Die Zuluft kommt mit Sicherheit über die größte Öffnung also das Zuluftfenster. Desweitern entspricht die Anlage ausdrücklich den Empfelungen des UBA und der BMBF Richtlinie.

Je nach verwendeten Materialien können diese ausdünsten und somit die Luftqualität im Raum zusätzlich verschlechtern.
-Wir empfehlen einfaches PP und PE.

Durch die Konstruktion könnte sich eine Wärmebrücke insbesondere am Fensterdurchlass bilden. Eine regelmäßige Kontrolle/Reinigung in Hinblick auf Tauwasserausfall und damit begünstigtem Schimmelpilzwachstum wäre daher dringend erforderlich.
-Im Rohrsystem kann kein Tauwasser anfallen, das ist im Raum und warm. Durch den kontinuerlichen Betrieb kommt es im Raum zu keiner großen Erhöhung der Luftfeuchte, deshalb ist auch am Abluft-Fenster nicht mit Taubildung zu rechnen.

Die regulären Brandschutzbestimmungen sind zu beachten. Ob es spezielle Anforderungen für solche selbstgebauten Anlagen gibt, ist noch zu prüfen.
-Das haben wir prüfen lassen siehe https://ventilation-mainz.de/201209_IC_2...achten.pdf

Weiterhin kann durch den Einbau solcher selbstgebauten Luftreinigungsanlagen und einer ggf. nicht ausreichenden Wirksamkeit das Gefühl von „falscher Sicherheit“ gegeben sein, so dass andere notwendige Maßnahmen nicht mehr ergriffen werden.
-Der kontinuierliche Betrieb einer Anlage die keinen Nutzereingriff mehr benötigt, schützt nach meiner Auffassung besser als sich darauf zu verlassen das jeder Lehrer immer daran denkt korrekt zu Lüften. Zudem ist die Effizienz des Lüftens über Fenster von vielen Faktoren abhängigt die durch einen Ventilator sichergestellt werden (Wind, Temperaturunterschiede, Heizquellen im Raum). Wir haben das in einem Raum mit 10 Fenstern getestet anbei das Infektionsrisiko im Vergleich. Zudem sind die Rückmeldungen die wir erhalten sehr positiv.

Hier in Mainz sind mittlerweile über 300 Klassenzimmer (die meisten in den letzten 4 Wochen) durch Eltern und Messebauer ausgestattet worden. Also ein rascher Aufbau ist möglich.

Gruß
Thomas Klimach


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#23
Bei uns ist es nun Amtlich! Test der Anlage abgelehnt.
Von wem? Von den Lehrern - hier wurde abgestimmt, noch bevor Eltern in grösserem Umfang mit einbezogen wurden.
Warum? Das ganze ist viel zu laut!
Woher wissen die das? hmmm - genau das frage ich mich auch...
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