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Erfahrungen mit der Genehmigung durch den Schulträger?
#1
Hat jemand Erfahrungen mit der Genehmigung für den Einbau einer Lüftungsanlage wie der hier vorgestellten durch den Schulträger?

Mich würde insbesondere die Situation in Baden-Württemberg interessieren.

Die kritischen Punkte sind meines Erachtens das Thema Brandschutz sowie die Möglichkeit, dass Bauteile auf die Schüler fallen könnten. Interessant wäre auch zu wissen mit welchen weiteren Hindernissen/Ablehnungsgründen man rechnen muss.
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#2
Wir haben einen Prototyp gebaut und dann den Schulträger um eine Einschätzung gebeten. Mehrere Fachleute haben sich den dann angeschaut und gesagt was geht und was nicht. Das setzt natürlich das prinzipielle Wohlwollen der Beteiligten vorraus sich mit dem System zu beschäftigen.
Heute wird es eine Pressekonferenz der Stadt Mainz geben bei der das System vorgestellt wird und vermutlich auch der Stadtweite Ausbau bekannt gegeben wird.
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#3
Erst nachdem ich die MPI Dokumentation beim Schulträger vorlegen konnte und dazu ein Statement vom Bundesgesundheitsministerium, die diese Anlage darin befürworteten, gab es nicht mehr eine pauschale Ablehnung. Zuvor hieß es, man halte sich an die Vorgaben des Kultusministeriums, nach denen alleine das Fensterlüften wirksam sei. Erst wenn es von dort neue Vorgaben gäbe, würde man neu überlegen.

Nun bekam ich die Antwort, dass es keine Einzellösungen geben kann. Es müssten an den 4 Schulstandorten des Schulträgers insgesamt 35 Räume ausgestattet werden (Klassenräume, Lehrerzimmer, Fachräume und Betreuungsräume).
Ergibt 35x200 €=7000 Euro und 35x30 h= 1050 Mannstunden.

Aktueller Stand: Es wird gerade geprüft und mit den Schulleitungen abgestimmt, ob der Schulträger die Finanzierung übernehmen kann, wenn Eltern den Aufbau organisieren...
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#4
Das ist natürlich schade dass gerade bei Grundschulen geblockt wird, insbesondere wenn die Arbeit von den Eltern organisiert und erledigt wird und das Geld von Spendern oder Fördervereinen kommt, können das eigentlich keine Argumente mehr sein.
In Mainz wird es jetzt wohl so gelöst, dass jede Grundschule erstmal 2 Räume bekommt bei der sich alle etwas mit dem System vertraut machen können und dann mit Hilfe der Eltern und Hausmeister der Rest ausgestattet werden soll.
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#5
(11-19-2020, 09:38 PM)konstrukteur schrieb: Erst nachdem ich die MPI Dokumentation beim Schulträger vorlegen konnte und dazu ein Statement vom Bundesgesundheitsministerium, die diese Anlage darin befürworteten, gab es nicht mehr eine pauschale Ablehnung.
In Berlin-Kreuzberg haben wir noch keine Genehmigung des Schulamts - der Schulleiter möchte es nicht selbst entscheiden... @konstrukteur - wo findet man denn das Statement des Bundesgesundheitsministeriums?
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#6
Hallo @xayax!

Ich habe vom Bürgerservice des Umweltbundesamt am 13.11. untenstehendes erhalten.
Zuvor hatte ich mich durch die Landesschulbehörde und das niedersächsische Kultusministerium telefoniert, um schließlich die Aussage zu bekommen, dass man sich an den Empfehlungen des Umweltbundesamtes orientiere.


Hier also die Antwort:
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wir können Ihnen dazu das Nachfolgende mitteilen:

Das Max-Planck-Institut (MPG) für Chemie in Mainz schlägt zum Infektionsschutz gegen Aerosole an Schulen den Aufbau kostengünstiger Abluftsysteme vor. Kernelemente des Systems sind ein Ventilator in der Fensterwand sowie selbst aufzubauende, an der Decke aufgehängte Luftkanäle und Rohre, über welche entstehende Aerosole gleichzeitig von mehreren Punkten im Raum abtransportiert werden sollen. Das UBA unterstützt solche einfachen Zu-/Abluftsysteme (in diesem Fall Abluftsystem mit Zuluft über gekipptes Fenster) als Ergänzungsmaßnahme bei nicht ausreichender Lüftungsmöglichkeit über Fenster ausdrücklich.

Die Kosten blieben dabei im Rahmen, denn alle Materialien wurden im Baumarkt erstanden. Die 200 Euro, die für den dargestellten Klassenraum angegeben wurden, sind circa-Angaben. Bei professionellem Aufbau ist mit Kosten bis ca. 1000 Euro zu rechnen. Beim Einbau von professionellen Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (WRG) wären die Kosten höher.

Umsetzbarkeit einfach. Für begabte Laien und Hobby-Heimwerker wäre ein Selbstbau möglich (so wie im Beispielfall die Uni das selbst gemacht hat). Ansonsten müssten Handwerker (Schlosser, Sanitärfirma) das übernehmen, aber auch dann halten sich die Kosten im Rahmen (siehe oben). Das erledigen zwei Handwerker an einem Arbeitstag.

Zu beachtende Punkte wären hier:

Lufthygienisch ist das Studiendesign und die Erfassung des Partikelreduktionserfolges nach Prüfung der Unterlagen der MPG plausibel belegt und valide. Die Wärmerückgewinnung (WRG) ist nur als Option erwähnt, aber offenbar nicht umgesetzt worden – das wäre für 200 Euro auch nicht machbar.
Im Einzelfall muss auch geprüft werden, ob keine Kurzluftströmungen auftreten und die gesamte Raumluft durch die Absaugeinheit nach draußen geführt wird.

Elektrische Sicherheit. Das Anschließen an einer „simplen“ Steckdose, kann ohne ausreichende Absicherung (Ampere) auch gefährlich sein.

Unfallsicherheit: Die Konstruktion muss sicher an der Decke befestigt sein, dass sie nicht im laufenden Betrieb – im wahrsten Sinne des Wortes – den Schülern auf den Kopf fallen kann.

Der Brandschutz muss gewährleistet sein. Das gilt besonders bei Anlagen im Eigenbau.

Zuluft muss ausreichend nachströmen können. Man sollte überlegen, wo der beste Zugriffspunkt auf Zuluft ist, damit sich eine gute Verdünnung der Luft im Raum ergibt. Der Dauerbetrieb der Abluftanlagen sollte nicht zu einer zu starken Auskühlung der Räume führen. In diesem Fall wurde ein Fenster unten gekippt und wohl der Luftdurchsatz im Raum auf ca. 1,5/h im Raum eingestellt. Das wäre noch unkritisch. Direkt an den Abzugshauben beträgt der Luftvolumenstrom im System der MPG 2-3/h. Das ist vertretbar, da die Luft unmittelbar vertikal nach oben abgeführt wird.

Auch diese Maßnahme ersetzt das Lüften in den Pausen jedoch nicht, während des Unterrichtes könnte dann aber das Lüften alle 20 Minuten zwischendurch entfallen. Im Gegensatz zu mobilen Luftreinigern, deren Einsatz das UBA nach wie vor nur als Ausnahme sieht (vgl. UBA-Empfehlung vom 22.10. – IRK-Empfehlung in Vorbereitung), kann mit dieser technischen Lösung auch während des Unterrichts eine Abfuhr von Schadstoffen, Feuchte und CO2 aus der Raumluft vorgenommen werden.

Wir hoffen, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
_________________

Team Bürgerservice

Umweltbundesamt
Postfach 14 06
06813 Dessau-Roßlau

www.umweltbundesamt.de
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#7
Nun kann ich selbst von zwei Ablehnungen in Baden-Württemberg berichten, mit der Begründung, dass die Hygieneempfehlung des Landes (Lüften) genügen. Dies sei auch in der letzten Woche in einer Videokonferenz zwischen Kultusministerium und den Landkreisen wohl als richtiger Weg bestätigt worden.

Außerdem wurde auf neu sanierte Decken verwiesen und dass Eingriffe in die Bausubstanz nicht gewünscht sein.
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#8
Hallo zusammen, in Karlsruhe scheint das zuständige Amt (HGW) die Konstruktion wegen Brandschutzbedenken abzulehnen. Da ich das erst aus zweiter Hand weiß, berichte ich, wenn ich belastbare Fakten habe.
Aus erster Hand kann ich anmerken, dass gleichzeitig die Anschaffung von Raumluftreinigern mit keinem Cent, Haftungsfreistellung, Unterhalt etc vom Schulträger unterstützt wird. Wenn wir als Förderverein die Geräte (Profigeräte, Stückpreis 3.500 € aufwärts) aber selbst anschaffen wollen, "dürfen" wir das tun, wenn der Schallschutz gewahrt wird und die Haftung und die Kippsicherung und der Bodenschutz und die Entsorgung und der Unterhalt...

Hat noch jemand Erfahrungen speziell mit Bedenken zum Brandschutz?
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#9
Hallo!
Ich habe mit unserem lokalen Bundestagsabgeordneten darüber gesprochen. Er findet die Idee gut und wird mit dem Schulträger sprechen.
Vielleicht könnt Ihr auch alle mal bei Euren Abgeordneten dieses Projekt vorstellen. Die sind ja meistens auch in der Lokalpolitik gut vernetzt.

Die Kontaktadressen findet man zum Beispiel hier: https://sites.google.com/site/ichbinbild...e-19ter-bt
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#10
Hallo,
wir können die Verteiler, Anschluss-Kappen, Endkappen nach Vorlage vom Max-Planck-Institut herstellen.
Ebenso können wir das gesamte Material vorkonfektioniert oder aber auch als Versandeinheit liefern.
Ebenso ist es möglich Aufmass und Einleitung, samt Bauplan, zu realisieren.
Kontakt für Anfragen: www.schepp-verpackungen.de
Mail: r.schepp@schepp-verpackungen.de
Gruß
Rainer Schepp

Kosten für ein Klassenraum weit unter dem Beitrag vom Umweltbundesamt!
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